"Wer gut schlafen will, kauft Anleihen, wer gut Essen will bevorzugt Aktien."
André Kostolany, Börsenguru











Marktanalyse

Ist die Kraft der Sonne schon erschöpft???
von Sascha Schumann (30.06.2010)

In meiner heutigen Markteinschätzung geht es über aktuelle Entwicklungen in der Solarindustrie. Im letzten Jahr sind dunkle Gewitterwolken aufgezogen. Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise und die neuen Regelungen bezüglich der Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen sind in den Unternehmen viele Probleme entstanden. Diese erwischten viele Anbieter auf dem falschen Fuß.

Durch die verschärften Kreditbedingungen und die Forderung nach mehr Eigenkapital kam das Neugeschäft mit Solarparks arg ins Stocken. Weitere Probleme traten durch Ankündigungen der Bundesregierung und andere Europäischer Staaten auf. Diese wollen die Solarförderung weiter senken und versetzten dem Geschäft einen weiteren Schlag.
Viele Hersteller von Modulen hatten sich vollkommen verkalkuliert und mussten hohe Verluste verbuchen. Dies ist zum großen Teil auf falsche Lieferverträge beim wichtigen Rohstoff Silizium zurückzuführen. So haben zum Bsp. Q-Cells und Conergy Millionen durch zu hohe Terminkäufe verloren. Zusammen mit sinken Modulpreisen führte dies letztlich zu Gewinnwarnungen. Dabei bekräftigten beide Konzerne lange ihre Gewinnprognosen und verloren dann kräftig an Kurswert bzw. viel Vertrauen bei den Aktionären.

Etwas besser dagegen lief es für horizontal aufgestellte Unternehmen wie etwa Solarworld. Denn diese haben den Vorteil, dass sie von der Förderung bis zum Verkauf und der Montage von Solaranlagen alles anbieten.
Zwar waren auch diese Unternehmen durch die sinkenden Preise betroffen, jedoch konnten sie dies durch Kostenvorteile ein wenig kompensieren. Doch auch diese kämpfen mit Problemen, besonders sind hier asiatische Billiganbieter zu nennen. Diese Liefern gute Ware zu unschlagbar günstigen Preisen.
Ein weiterer großer Player auf dem Solarmarkt ist Bosch. Der Konzern hat mit einigen Übernahmen sein Solargeschäft stark ausgebaut. (Kauf von Ersol Solar Energy, Aleo Solar und der Machtübernahme bei Buderus). Durch den starken Cash Flow der Bosch-Gruppe kann man davon ausgehen, dass weitere Akquisitionen geplant sind. Leider ist Bosch nicht börsennotiert.

Besser lief es nur noch für den Weltmarktführer im Bereich Wechselrichter: SMA Solar Technologie. Das Geschäft brummt und durch die wenigen anderen Anbieter für Wechselrichter ist das Unternehmen in einem Nischenmarkt tätig, der hohe Margen ermöglicht.
Der Umsatz vervierfachte sich im Zeitraum 2006 – 2009 und auch für 2010 ist eine weitere Steigerung geplant. Wechselrichter werden bei jeder Solaranlage gebraucht und müssen daher zu jedem Solarmodul gekauft werden.
Die Aktionärstruktur ist noch recht übersichtlich, so besitzen die 4 Gründer noch je ca. 18,0 % der Aktien, der Rest ist im Streubesitz (ca. 25,0 %). Hier bleibt es aber spannend, denn durch den gestiegenen Kurs könnten die Besitzer verleitet sein, einen Teil ihrer Gewinne mitzunehmen.
Ein Kauf der Aktie empfiehlt sich im Moment dennoch nicht. Das Papier ist eine super Halteposition und kommt daher auf unsere Watchlist. Bei einer Korrektur des Kurses und bei einem geringeren KGV könnte ein günstiger Einstiegskurs abgewartet werden. Hierzu werde ich Sie auf dem Laufenden halten. Auch die Zulieferbetriebe wie Roth & Rau und Manz Automation haben im letzten Jahr starke Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Sie produzieren Fertigungslinien für die Solar- und Autoindustrie. Daher sind sie ein sehr zyklisches Investment und müssen genau beobachtet werden.
Deren Vorteil ist aber, dass sie an jeden Produzenten liefern können und dadurch einen immer größeren Markt vorfinden. Dadurch bleiben die Margen stabil und durch viele neue Produktionshallen auf der Welt ist in diesem Jahr wieder ein gutes Wachstum zu erwarten.

Es ist viel Bewegung in der Solarbranche. Zurzeit findet eine erste Reinigungsphase statt und es ist klar, dass es einige Übernahmen geben wird. Daher ist es wichtig, auf die richtigen Unternehmen zu setzen, die gestärkt aus der Wirtschaftskrise kommen sollten. Hierzu zählen wir insbesondere SMA Solar Technologie und Solarworld. Auch ein Einstieg in die chinesischen Konzerne wie Yingli Green Energy ist spekulativ möglich. Hier sind aber auch viele Risiken versteckt.
Außerdem spielen die Energiekonzerne bislang eine eher untergeordnete Rolle. Dies könnte sich aber durch den Atomausstieg in Deutschland, sowie der Bewegung weg von Fossilen Brennstoffen ändern.


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